English information Dr. Lattermann & Dr. Zimmermann

Frühgeborenen Netzhautveränderung

Frühgeborenen Netzhautveränderung

Es gibt eine Vielzahl von Risikofaktoren die an der Netzhaut Schäden verursachen. Eine künstliche Beatmung nach der Geburt und der Grad der Unreife des Säuglings selbst sind mit die größten Risikofaktoren. Die Netzhaut kann mit Gefässwucherungen reagieren, die sich dann zu Narbensträngen entwickeln. Eine Netzhautablösung mit anschließender Erblindung könnte die Folge sein. Folgende weitere Augenerkrankungen wie Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie), Stabsichtigkeit (Astigmatismus), Schielen, Augenzittern (Nystagmus), Augendruckerhöhung (Glaukom) können auftreten. Durch regelmäßige augenärztliche Untersuchungen im mindestens halbjährlichen Abstand müssen diese Augenerkrankungen ausgeschlossen werden.

Bei einem Geburtsgewicht von unter 1250 g entwickeln ca. 70 % der Frühgeborenen eine Netzhautveränderung. Beträgt jedoch das Geburtsgewicht unter 1000 g sind mindestens 80 % von dieser Veränderung betroffen.

Die Frühgeborenen-Netzhautveränderung wird in verschiedene Stadien (I-V) je nach Schweregrad aufgeteilt.

Eine Therapie wird bei ausgeprägten Gefäßwucherungen eingeleitet. Diese besteht in einer Laserbehandlung der äußeren Netzhaut. Die Erfolgsraten sind hoch, doch trotz dieser Therapie erleiden in ca. 20% der Kinder später eine Netzhautablösung. Dies ist jedoch auch vom Schweregrad abhängig.

Wann und in welchen Abständen sollte die augenärztliche Untersuchung erfolgen?

Eine Screening-Untersuchung auf Frühgeborenen-Netzhautveränderung ist bei allen Säuglingen unter der 32. Schwangerschaftswoche bzw. unter einem Geburtsgewicht von 1500 g nötig. Die erste augenärztliche Untersuchung sollte in der 6. Woche nach Geburt (36-42 Lebenstag) erfolgen. Die Abstände zur nächsten Untersuchung bestimmt Ihr Augenarzt. Abhängig vom Schweregrad 1-2 wöchentlich, bei geringeren Ausprägungen kann der Abstand auf bis zu 2 Wochen ausgedehnt werden.

Untersuchung Ihrer kleinen Kinder


Um das gesamte Auge untersuchen zu können, muss die Pupille mit Tropfen erweitert werden. Nach der zusätzlichen Gabe eines schmerzstillenden Tropfen ins Auge, hält ein kleiner Lidsperrer die Lider auseinander. Mit einem Häckchen kann das Auge Ihres Kindes vorsichtig in alle Richtungen gedreht werden, um die Netzhaut in allen Bereichen beurteilen zu können.

Entstehen aufgrund der Frühgeburtlichkeit später irgendwelche augenärztliche Erkrankungen?

Durch die Frühgeburtlichkeit können Sehschärfenminderungen oder sogar Sehschärfenverluste auftreten. Dies ist unabhängig davon, ob es zu einer Netzhautveränderung gekommen ist oder nicht. In den nachfolgenden augenärztlichen Kontrolluntersuchungen muss insbes. auf eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie), Fehlstellung der Augen (Schielen), Fehlsichtigkeiten (Kurz-, Weit- und Stabsichtigkeit), Augendruckerhöhung und Netzhautveränderungen geachtet werden.
Letztendlich bedarf es einer lebenslangen Kontrolle Ihres Kindes durch Ihren Augenarzt/-ärztin.


Quellen:

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Rècsàn et al. Refraktion und Visus nach
Laserbehandlung bei Retinopathia praematurorum (ROP) im Stadium 3+
Der Ophthalmologe Jan 2004 Volume 101, Number 1, 45-49

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