English information Dr. Lattermann & Dr. Zimmermann

Schielen

Schielen


Wie wirkt sich das Schielen auf das Sehen aus?

Um ein Objekt wahrnehmen zu können müssen beide Augen in die gleiche Richtung schauen. Im Gehirn werden beide Bilder zu einem dreidimensionalen Bild aufgebaut. Bei einer Fehlstellung der Augen kommt es zu einer unterschiedlichen Bildgrösse, es entstehen störende Doppelbilder. Nun wird ein Bild von einem Auge vom Gehirn unterdrückt. Dadurch wird das nichtbenutzte Auge sehschwach ("amblyop").
Amblyopie bezeichnet die Sehschwäche von einem sonst organisch gesunden Auge.
Wird die Fehlstellung der Augen nicht rechtzeitig entdeckt und behandelt, bleibt lebenslang eine Schwachsichtigkeit bestehen.

Verschiedenen Formen des Schielens

Es werden verschiedene Schielformen unterschieden, so z.B. Einwärtsschielen (schielende Auge steht nach innen), Auswärtsschielen (schielende Auge steht nach aussen), Höhenschielen (schielende Auge steht nach oben oder unten).

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

In der Regel wird das Schielen in den ersten 5-6 Lebensjahren durch Abkleben (Okklusion) behandelt. Dabei wird das bessere nicht schielende Auge durch spezielle Pflaster abgeklebt. Ziel ist es, dass schielende sehschwächere Auge zu fordern, zu aktivieren. Diese Behandlung muss regelmässig oft im sechswöchigem Abstand kontrolliert werden, damit das bessere nicht schielende Auge durch zu langes Abkleben keinen Schaden erleidet.

Eine Operation des Schielens wird in der Regel kurz vor der Einschulung vorgenommen. Dies ist der beste Zeitpunkt für sehr gute Ergebnisse nach der Operation, da die Schielwinkel über eine längere Zeit stabil sind und die Kinder bei den wichtigen Untersuchungen in der Sehschule schon recht gut mitmachen. Dies führt zu genaueren Messungen.
Grundsätzlich kann auch eine Schieloperation im Erwachsenenalter durchgeführt werden.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Zu Beginn der Operation, die meistens in Vollnarkose durchgeführt wird, werden die Muskeln freigelegt. Stellen Sie sich vor Sie sitzen auf einem Pferd. Sie halten die Zügel fest in der Hand und das Pferd hat den Kopf nach rechts gedreht. Um den Kopf des Pferdes in eine gerade Position zu bringen, ziehen Sie nun am linken Zügel und lassen den rechten locker. So ähnlich geschieht es während der Schieloperation. Ein Muskel wird gestrafft (Straffungseffekt) und ein Muskel wird gelockert (Lockerungseffekt). Dadurch kommt das Auge in eine gerade Position beim Geradeausblick. Um wieviel Millimeter die Muskeln gestrafft oder gelockert werden, wird vorher vom Augenarzt-/ärztin und der Orthoptistin durch spezielle Tests bestimmt.

 

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